Zu viele Konten verschlechtern Scoring?

#1 von Tommy , 14.10.2008 14:20

Erstmal kurz vorweg...das "Scoring" ist einfach gesprochen eine interne Punktebewertung der Unternehmen für ihre Kunden, mit denen sie diese in "gute" und "schlechte" Risiken klassifizieren. Wer einen schlechten Wert hat, muss bei Krediten höhere Zinsen zahlen oder bekommt beim Versandhaus nur noch gegen Vorkasse und nicht mehr auf Rechnung was.

Bei der Crediteurope hab ich in den vergangenen News gelesen, dass zu viele gleichzeitig laufende Konten das Scoring negativ beeinflußen können. Das wäre theoretisch von Bedeutung insbesondere für Zinshopper, die 2-3x im Jahr ihr Tagesgeldkonto wechseln und das alte nicht kündigen.

Aber...und deswegen halte ich die News eher für unglücklich formuliert...die Verschlechterung des Scorings begründet sich auf den durch mehrere Konten scheinbar gestiegenen Verfügungsrahmen. Bei einem Einkommen von sag ich mal 2.000 Euro netto und 3 Girokonten mit je 6.000 Euro Dispo hätte derjenige 18.000 Euro Dispo. Klar dass hier das Risiko steigt, dass der Kunde sich deutlich übernimmt, wenn er alle 3 Dispos auslastet. Das man hier Minuspunkte sammelt ist irgendwie klar (wenngleich für mich neu).

Aber bei normalen Tagesgeldkonten kommt das eigentlich nicht in Betracht, da ich hier keine kreditartigen Verfügungsrahmen vorab bekomme. Ich kann nur das ausgeben oder abheben was ich jemals eingezahlt habe. Ausnahme sind allerdings Konten, wo das Girokonto überdurchschnittlich verzinst wird und weil Giro eben auch einen Dispo hat. Hat man 2 oder 3 solcher Konten zusammen am laufen, gibt es Minuspunkte.

Aber....trotzdem scheint mir die Sache noch nicht erledigt, denn das Scoring basiert häufig nicht auf Tatsachen sondern Annahmen.

Beispiel:

Wer mit einem Einkommen von 3.000 Euro netto in einer Gegend wohnt, die als sozialer Brennpunkt bekannt ist, bekommt Minuspunkte. Weil er da wohnt und die Unternehmen unterstellen, wer da wohnt, bezieht wohl meist Stütze.

Beispiel (wird tatsächlich unterstellt):

Wenn die Ehefrau das Bauunternehmen führt unterstellen teilweise die Banken, dass dann der Mann wohl schon mal einen Betrieb vor die Wand gefahren habe und deswegen die Frau wegen Kredite in die Spur schickt, denn "normalerweise" leitet der Mann das Unternehmen.

Verquer...aber so denken die wirklich. Worauf ich hinauswill...wenn nun allein die Tatsache 5 Tagesgeldkonten zu haben (davon 3 tote und 2 aktive) betracht wird, kann das schon zu Minuspunkten führen. Würden die in die Tiefe gehen stellen die Unternehmen fest, dass man hier überhaupt keine Verfügungsrahmen hat. Insofern mache ich mir da schon Gedanken, auch weil ich morgen zur VW Bank wechsel , aber mein anderes Konto erstmal nicht schließe, weil da noch Festgeld liegt. Ebenso ein drittes Konto, wo noch Sparbriefe laufen.

Bisher bekomme ich aber von Quelle und Neckermann immer noch unaufgefordert Sonderkataloge zugeschickt..scheint also noch nicht so schlimm zu sein


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