Weltweite Finanzkrise: Was Sie wissen sollten!

#1 von Webmaster , 09.10.2008 22:08

Die Entwicklung der vergangenen Tage spitzt sich zu: Die ursprünglich amerikanische Immobilienkrise wurde zuerst zur nationalen Finanzkrise und nun zur Weltkrise.


Die jüngste Entwicklung der Krise
Einzelne Staaten haben in den vergangenen Tagen verschiedene Garantien für Spareinlagen privater Kunden gegeben. So wurde die niederländische Einlagensicherung auf EUR 100.000,00 erhöht; Deutschland bürgt sogar mit einer Staatsgarantie für private Spareinlagen. Alle großen Notenbanken haben sich mit gestrigem Tage gegen die aktuelle Entwicklung einer Weltrezession gestemmt und gemeinsam gehandelt: Die Europäische Zentralbank, die US-Notenbank, die Notenbanken Kanadas, Großbritanniens, Schwedens und der Schweiz haben ihre Schlüsselsätze um 50 Basispunkte gesenkt. Mit dieser Handlung soll verloren gegangenes Vertrauen wieder hergestellt und die zusammengebrochenen Kreditmärkte neu belebt werden. Übrigens: Obwohl die EZB die Zinsen gesenkt hat, können Tagesgeld- und Festgeldsparer mit weiterhin hohen Zinsen rechnen. Denn die Banken brauchen Liquidität! Allein in den letzten 2 Tagen haben 2 deutsche Institute die Zinsen für Spareinlagen erhöht.


Die Banken in der Krise
Unabhängig von den Bekenntnissen einzelner Staaten, ihre Banken nicht hängen zu lassen, sind in Deutschland bereits einige Sparer Opfer der Finanzkrise geworden: Am heutigen Tag wurde die isländische Kaupthing Bank unter die Aufsicht der isländischen Bankenaufsicht gestellt. Gleichzeitig hat die deutsche Niederlassung Kaupthing Edge den Geschäftsbetrieb eingestellt. Seit sechs Uhr morgens sind alle Konten eingefroren. Zwar sind Einlagen über die isländische Einlagensicherung bis zu einer Höhe von EUR 20.887,00 abgesichert, doch wirkt diese Garantie weniger beruhigend vor dem Hintergrund der Berichtserstattung über den drohenden Staatsbankrott Islands. Tagesgeldkonto Anleger konnten bis vor kurzem noch Gelder von der Kauphting Edge auf ihr Referenzkonto überweisen - doch wieviele Sparer gibt es wohl, die mit einem sicherlich mindestens mulmigen Gefühl im Bauch diese Möglichkeit nicht mehr hatten?

An dieser Stelle möchte tagesgeldkonto.de betonen, dass trotz der sich schon vor Monaten anzeichnenden isländischen Krise viele sogenannte "Verbraucherportale" im Internet massiv die Kaupthing Edge beworben hatten. Wir möchten an dieser Stelle keine Namen nennen, da ein finanzstarkes "Verbraucherportal" ein kleines unabhängiges Portal wie tagesgeldkonto.de sicherlich sehr leicht mit Klagen überziehen wird. Wir möchten es uns aber nicht nehmen lassen, zumindest auf unsere eindringliche Warnmeldung vom 10.04.08 (Monat in Worten: April!) aufmerksam zu machen, indem wir vor einer Anlage bei einer isländischen Bank dringend gewarnt hatten. Gleichwohl haben wir die Zinserhöhung der Kaupthing Edge im Juli mit Artikel vom 27.07.08 zum Anlass genommen, erneut auf die Hintergründe aufmerksam zu machen. Andere große Portale haben in der Zwischenzeit massiv Werbung für die Kaupthing Edge betrieben und viel Geld verdient. Bitte entschuldigen Sie für diese Eigenwerbung, aber das musste auch einmal gesagt werden !


Die Sparer und die Sicherheit in der Krise
Banken in Deutschland sind derweil sicherlich einer der sichersten Orte für Ihr Geld. Sehr sicher liegt Ihr Geld, wenn Sie unter der Grenze von EUR 20.000,00 Anlagesumme pro Institut bleiben (Mindesteinlagenschutz innerhalb der EU). Am sichersten liegt Ihr Geld bei den Sparkassen (Verweis auf Artikel vom 27.09.08 ) . Ausführliche Informationen zur Einlagensicherung finden Sie seit eh und je auf unserer Sonderseite Einlagensicherung .

Unabhängig von der objektiven Sicherheit des Geldes möchten wir an dieser Stelle nicht verschweigen, dass die eigentliche Gefahr einer Wirtschaftskrise sicherlich nicht in Objektivität zu messen ist: Der wesentliche Bestandteil von Wirtschaft ist nicht unbedingt eine Leitzinsveränderung oder die Inflation sondern die Psyche der Menschen. Dank des sehr guten Krisenmanagements unserer Regierung, die nicht einen Tag zu spät eine Staatsgarantie verkündete, finden wir bei den Banken keine Menschenmassen vor, die ihr Erspartes abheben. Ein solches Verhalten wäre objektiv natürlich völlig unangebracht, wäre aber psychologisch nicht unbedingt ein Phänomen gewesen. So geschehen in der jüngsten Vergangenheit in Amerika, wo ein Bankinstitut aufgrund solchen Verhaltens zusammenbrach. Wenn dieses Verhalten Institutsübergreifend fest zu stellen wäre, so würden in Deutschland sicherlich sehr viele Banken bankrott sein. Eine Staatsgarantie kann dann in der Praxis nur bedingt Schaden begrenzen: Selbst wenn Privatanleger ihr Erspartes vom Staat erhalten würden, so würden durch eine Bankenpleite nur der eine Teil der Bankkunden entschädigt werden: Denn einen Einlagenschutz für Firmen gibt es nicht. Auch wäre die Geldentwertung durch Geldvermehrung ein Faktor, der in einer solchen Situation zu berücksichtigen wäre. Steuererhöhungen aufgrund einer solchen Krise möchten wir als kleinstes Übel nur am Rande erwähnen.

Es bleibt fest zu halten: Sie haben als Sparer (egal ob Tagesgeld, Festgeld, Sparbuch etc.) keinen Grund, an der Sicherheit Ihrer Einlagen unter den von uns erläuterten Regelungen zu zweifeln! Unser Tipp: Leben Sie weiter wie zuvor!


Warum die Krise eigentlich keine Krise ist

Wir müssen uns, um diese Krise richtig zu bewerten, bewusst werden, warum wir eine Krise haben: Sind es nicht faule Kredite, irrsinnige Finanzprodukte, mangelnde staatliche Kontrollaufsicht in Verbindung mit zu liberaler Gesetzgebung gewesen, die zu der Krise geführt haben? Es sind nicht fehlende Nahrungsmittel, mangelnde Grundversorgung, zerstörte Infrastruktur oder andere elementare Faktoren, die uns in eine Krise stürzen. Wir können weiterhin unsere Lebensmittel im Supermarkt kaufen, wir können weiterhin mit dem Auto zur Arbeit fahren, wir können abends im aufgeheiztem Wohnzimmer den Tag ausklingen lassen und uns morgens duschen. Die Realwirtschaft ist teilweise Opfer dieser Krise - aber sie ist nicht Ursache der Krise und gewiss nicht in dem Umfang betroffen wie die geplatzte Luftblase bestehend aus Hedge-Fonds, Optionen, Zertifikate, faulen Krediten etc. . Oder anders formuliert: Ich bin froh, dass diese Luftblase geplatzt ist! Ich bin froh, dass es in Amerika jetzt keine Investmentbanken mehr gibt sondern nur noch Vollbanken. Ich bin froh, wenn sich Banken auf ihr eigentliches Kerngeschäft konzentrieren: Die Entgegennahme von Kundengeldern (Einlagengeschäft) und die Vergabe von Krediten (Kreditgeschäft). Und ich bin auch froh, wenn sich Gesetze verschärfen, und die Haftung der Banken strenger geregelt wird.

Und schlussendlich: Ich bin glücklich, dass ich seit der Krise nicht mehr von provisionsgeilen sogenannten "Bankberatern" angerufen werde, die mir erzählen wollen, dass mein Geld phantasielos auf einem Tagesgeldkonto schläft !

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#2 von Alan , 10.10.2008 16:41

Vielen Dank, Webmaster! Eine wirklich feine Zusammenstellung der Lage ist dir hier geklückt. Einen aspekt daraus möchte ich nochmal besonders hervorheben: der psychologische Faktor.

Fakt ist, dass Deutschland eine der größten und stärksten Volkswirtschaften der Welt ist. Ich persönlich glaube, dass unsere Banken auf Grund ihrer Struktur und ihrer Angebotsbreite stark genug sind, um die von Amerika herüberschwappende Krise meistern zu können. Vielleicht bleiben dabei einige wenige Finanzhäuser welcher Art auch immer auf der Strecke, vielleicht wird es in den nächsten Monaten und Jahren weniger Investitionen geben und vielleicht auch weniger Wirtschaftswachstum. Das ist alles möglich, aber die deutschen Unternehmen und Banken sind mE im Kern gesund und können alle diese Folgen aushalten. Was sie jedoch keinesfalls aushalten könnten, was keine Bank der Welt aushalten könnte, wäre ein massenhaftes Abziehen von Kapital. Würden wir alle jetzt zur Bank rennen und unser Geld abheben, könnten die Banken irgendwann nicht mehr auszahlen und schließen. Mit dieser Methode, mit solchen Panikreaktionen, könnten die Banken und auch der Euro nicht bestehen. Führen wir uns das anfangs Gesagte nochmal vor Augen und bedenken wir bei unseren Kapitalentscheidungen, dass wir selbst unsere Banken und damit auch unser Geld und unsere Wirtschaft durch unser eigenes Handeln zerstören könnten, die Finanzkrise dazu aber wahrscheinlich nicht die Kraft hätte.

Gruß,

Alan

 
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#3 von Marc Wimmers , 17.10.2008 07:00

@Webmaster:
Ich finde es sehr interessant, dass Du bereits im April vor einer Kontoeröffnung bei der Kaupthing Edge gewarnt hast. Mir ist auch klar, dass andere große Portale viel Geld mit Anzeigen der Kaupthing Edge verdient haben und Du keine Namen nennen möchtest. Der Gerechtigkeit wegen möchte ich aber auf folgende Seite aufmerksam machen:
http://www.kaupthingedge.de/produkte/tagesgeldkonto

Wer diese Seite bis zum Ende scrollt, findet jene besagte Portale!

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#4 von Tommy , 17.10.2008 07:08

Ich erinnere mich auch an große Werbebanner auf Spiegel Online und beim DFB Pokal im TV waren auch die Werbebanden voll mit der Kaupthing. Diese agressive Werbung, auch wenn die Bank in Deutschland neu ist, stieß mir damals neben anderen Dingen ebenfalls übel auf.


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#5 von Marc Wimmers , 17.10.2008 14:00

Ja, das stimmt. Aber das wäre ja noch legitim. Es ist legitim, dass eine Firma Werbung bucht. Es ist aber nicht legitim, wenn Internetportale, die für sich beanspruchen Verbraucherportale zu sein, journalisitische Beiträge verfassen, die die Kaupthing Edge in den Himmel lobt. In meinem o.g. Link ist sogar ersichtlich, dass diese journalistischen Beiträge ihren Höhepunkt in vergebenen Auszeichnungen von besagten Portalen fanden, mit denen die Bank werben konnte.

Ein seriöses Verbraucherportal hätte - wie bei tagesgeldkonto.de geschehen -
vor der Bank gewarnt !!!

Eine Unverschämtheit ist das und ich hoffe, dass die im Link genannten Portale von geschädigten Kaupthing Anleger verklagt werden !!

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#6 von Tommy , 20.10.2008 09:04

So...offenbar droht "Rettungspaket 2.0". Spiegel online berichtet, dass faule Kreditkartenschulden, die US Finanzinstitute weiterverkauft haben, sich momentan auf bis zu 100 Milliarden Dollar Ausfälle belaufen. Insgesamt sind wohl Wertpapiere im Umfang von 450 Milliarden Dollar mit Kreditkarten gekauft worden, belastbar sind aber wegen der bei den Schuldnern angekommenen Rezession nur noch an die 350 Milliarden Dollar. Den Rest sehen die Institute wohl eher nicht wieder.

Ähnliches wird bei Autokrediten vermutet, wo ebenfalls hohe Ausfälle erwartet werden, Grund auch die noch laschere Vergabepraxis der Banken. Jetzt wo die Wirtschaft nicht mehr so läuft, kommen die Raten seitens der Schuldner nicht mehr rein. Und derselbe Kreislauf wie bei den Hypothekenschulden beginnt..der Bank fehlen Einnahmen die sie braucht, um geliehenes Geld von anderen Banken bedienen zu können.


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#7 von Alan , 20.10.2008 09:34

Das ist genau das, wovor der IWF bereits vor ein paar Wochen gewarnt hat: die Höchststände für Abschreibungen kommen erst noch, wir stehen noch am Anfang der Krise.

Allerdings wäre ich hinsichtlich der Kreditkarten zurückhaltender, was deren Einfluss auf Deutschland hat. Die Kreditkarten sind in den USA im Umlauf und amerikanische Banken sind das Ausfallrisiko eingegangen. Das dieses Risiko weiterverkauft wurde an andere Banken, zum Beispiel deutsche Institute, ist bislang nicht bekannt.

Auch bei den Autokrediten wär ich zurückhaltender. Wenn dort Kredite ausfallen, so geht den Banken in dem Moment Liquidität verloren, aber sie bekommen ihr Geld zumindest zum absoluten Großteil wieder, da sie einen Eigentumsvorbehalt für die kreditfinanzierten Autos haben und im Zweifelsfall die Herausgabe der Autos verlangen werden.

Viele Grüße,

Alan

 
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#8 von Tommy , 20.10.2008 17:23

Wenn das mal nicht trotzdem Stress gibt...der niederländische ING Konzern musste 10 Milliarden Euro aus dem niederländischen Notfond in Anspruch nehmen. Zum Konzern gehört die ING DIBA in Deutschland mit mehreren Millionen Kunden. Laut Finanzminister hätte die Bank wegen der Krise umkippen können. Nun sei aber alles erstmal ruhig. Die ING DIBA ist dem Einlagensicherungsfond der dt. Banken angeschlossen und nach Aktienrecht eine deutsche Bank.


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#9 von hti , 23.10.2008 01:51

Zitat:

Webmaster schrieb am 09.10.2008 22:08
... Am heutigen Tag wurde die isländische Kaupthing Bank unter die Aufsicht der isländischen Bankenaufsicht gestellt. ...




Ich poste an dieser Stelle, weil hier recht viel zu Kaupthing gesagt wurde.

Vorrede:
Christoph Schmitt hat mich auf dieses Forum aufmerksam gemacht und mich ermutigt ein Posting hier einzustellen. Auslöser sind unsere Aktivitäten einen Verein zu gründen, der die Interessen von deutschen Kaupthingkunden besser voran bringen kann als eine Kanzlei oder die verschiedenen "inoffiziellen Stimmen", wie Blogs, Foren und ähnliches. Die haben ihre Stärken - aber eben auch Schwächen.

Motive dieses Postings:

  • über unsere im Gange befindliche Vereinsgründung informieren
  • einzelne Aspekte im Zusammenhang mit Kaupthing beleuchten
  • betroffene Menschen dem hiesigen Leserkreis näher bringen
  • im hiesigen Leserkreis um Unterstützung nachfragen (ohne Text, da Postinggröße limitiert)
  • mich hier "einzuführen"


Zu den Zielen der Vereinsgründung wird hier informiert:
http://kaupthingedge.foren-city.de/topic,1152,-interessenvertretung-vereinsgruendung-mit-eintrag.html


einzelne Aspekte (auf Anfrage werden relevante Links gel.)
  • Die isländische Einalgensicherung war umfangreicher als die deutsche, denn sie deckt bis ~ 20.000 € zu 100 %. Ob sie aus Sicht eines "Normalsterblichen" (ich nenne ihn nachstehend Otto) genauso sicher war wie die deutsche, das konnte bis jüngst niemand zuverlässig beantworten. Denn
    • welcher Otto (oder Politiker) hätte wissen wollen wie die deutsche Sicherung vergrößert werden würde?
    • daß ein Staat wie Island einen Staatsbankrot erfahren könnte (was ist das eigentlich, jeder Staat hat doch auch unbewertete Assets wie Land und zukünftige Steuergelder?)
    • daß ein Staat wie Groß Britanien ein Land wie Island
      • auf Grund von Anti-Terror-Gesetzen
      • ohne Absprache mit anderen wichtigen EU-Mitgliedern
      "behandelt"
    war wohl nicht vorhersehbar, oder?
  • Die britische Regierung hat (meine ich mich zu erinnern) britische Körperschaften (vor allem Kommunen) noch bis vor kurzem dazu ermuntert Gelder bei isländischen Banken anzulegen
  • Welche Werbung ist agressiver, (ich halte dieses Adjektiv für ungeeignet, da Werbung von unterschiedlichen Empfängern eben sehr unterschiedlich wahrgenommen wird) "die letzten 10 Sekunden vor der Tagesschau" oder die erwähnte Bandenwerbung beim Fußballspiel?
  • Warum sollten Kaupthingkunden froh sein ihr Geld wenigstens ohne Verzinsung zurück zu erhalten? Ich kann nicht erkennen, warum die säumige Bank über die geschuldeten Valuta (inkl. Zinsen) hinaus nicht auch Schadenersatz leisten muss für entgangene Gewinne und Kreditkosten in Folge der vorenthaltenen Liquidität. Bei solcherlei Überlegungen ist immer auch der Zeithorizont zu beachten.
  • Wieviel hunderte Millionen USD schulden schwache Staaten an starke Staaten? Wer ist aktuell "der Schwache", Kaupthing oder seine Kunden? Kaupthing gehört dem isländischen Staat. Die Einlagensicherung ist Teil dieses Staates. Die Einlagensicherung ist verpflichtet zu Bedienung der gedeckelten Beträge Kredit aufzunehmen (das ist wohl nur eine Frage des Preises). Also kann es nach meiner derzeitigen Einschätzung nur dann zu Einschränkungen der Schuldenbedienung seitens Kaupthing kommen, wenn der isländische Staat ensprechende Gesetze erläßt, die von den EU-Staaten (hier insbesondere Deutschland) bei stiller Diplomatie abgenickt wurden.

betroffene Menschen
Die Vielfalt der Betroffenen läßt sich bei der "Lektüre" von z.B. http://kaupthingedge.foren-city.de/ nur erahnen. Die Beiträge im Forum HIER sind mit den Beiträgen dieses Kaupthingforums hinsichtlich der Sachlichkeit und Richtung der Beiträge nur schwer zu vergleichen. Lesen Sie dort hinein! Bei der Bewertung der Inhalte dürfen folgende Hintergründe der unterschiedlichst motivierten Akteure nicht aus den Augen geraten:
  • Panik in Folge hoher Summen im Risiko (gemessen am jeweiligen Einzelvermögen)
  • Hilflosigkeit in Folge fehlenden Erfahrungswissens (bei allen am Wirtschaftleben Beteiligten)
  • Wunsch nach Gemeinsamkeit mit "Gleichgesinnten"
  • Zorn über "Besserwisser", die ihre "Klugheit" mit Spott vortragen
  • Fassunglosigkeit über einzelne Pressestimmen und Politiker, die ohne Sachkenntnis Besserwissern das Wort reden

Meine Familie ist selbst betroffen. Sie finden mich auch bei XING.com (Harald Tichy). Es wird sich zeigen, ob die Stärken der Bündelung in einer einzigen rechtlich wirksam agieren könnenden Person (Verein) von Nutzen sein wird. Natürlich hoffe ich zutiefst, das es zu dieser Prüfung nicht kommen muss.

Last but no least ist mir ein Anliegen auch die Aktivitäten hier bekannt zu machen, denn auch dort wird Ihre Unterstützung willkommen sein:
http://kaupthing-edge.helft-uns.de/unterschriftenaktion/

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#10 von Tommy , 23.10.2008 06:20

Anwälte jetzt schon in die Spur schicken hielte ich auch für verfrüht. So wie man hört und liest, reissen sich die Kanzleien um die Kaupthing Kunden. Nur...noch immer laufen Verhandlungen zwischen Deutschland und Island mit dem Ziel die Einlagen zurückzubekommen. Zwar ist leider der Zeitplan und Ausgang bisher offen, aber bevor da nicht das letzte Wort gesprochen ist, ist ein Anwalt im Moment eher rausgeworfenes Geld, vor allem wenn auf Länderebene eine Einigung zustande kommt.


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#11 von Alan , 23.10.2008 11:41

Also grundsätzlich finde ich die Idee gut, dass man versucht die betroffenen Kunden in großer Zahl an einen Tisch zu bekommen und nach Lösungen zu suchen. Allerdings bin ich mir nicht ganz darüber im klaren, welchen konkreten Vorteil jetzt ein Verein für die Geschädigten bringen soll. Könntest du, hti, das nochmal näher erläutern?

Gruß,

Alan

 
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#12 von Marc Wimmers , 23.10.2008 23:01

@hti, herzlich Willkommen im Forum!

Ich bin zwar kein Kaupthing Geschädigter, finde es aber sehr gut, über welche Art und Weise Ihr Euch organisiert. Einen Tipp habe ich noch für Euren Verein: Als Verein könnt ihr natürlich eine Klage mit einem Anwalt leichter durchziehen als jeder alleine. Doch warum gegen Island klagen? Ich würde ersteinmal gegen die "Verbraucherportale" klagen, die sich als Finanzfachleute präsentieren und die isländische Einlagensicherung (wider besseren Wissens, denn wer Zeitung liest wusste von der Krise) als sicher beworben haben - und pro online eröffnetem Konto von der Kaupthing Edge Bank eine Vermittlungsprovision erhalten haben!


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