Rege Bewegung auf deutschem Bankenmarkt

#1 von Alan , 06.09.2008 17:10

Machen wir kurz einen Abstecher in die jüngste Vergangenheit und führen wir uns kurz Übernahmen und Fusionen auf dem deutschen Bankenmarkt vor Augen:

1998: Hypobank und Vereinsbank fusionieren zur HypoVereinsbank
2001: Allianz übernimmt Dresdner Bank
2005: Postbank übernimmt BHW
2005: Commerzbank übernimmt Eurohypo
2005: UniCredit übernimmt HypoVereinsbank
2006: Deutsche Bank übernimmt Berliner Bank
2008: Credit Mutuel übernimmt Citibank Deutschland
2008: Commerzbank fusioniert mit Dresdner Bank

Es ist also nicht ungewöhnlich, dass eine Bank die andere schluckt oder fusionieren. Allerdings ist es oftmals zweifelhaft, ob eine solche Übernahme/Fusion auch den gewünschten Erfolg bringt. Eine Kuh befindet sich momentan noch auf dem Eis, die Postbank! Ich bin dort schon lange Kunde und bin mal gespannt, ob sich da demnächst was tut. Was meint ihr?

Gruß,

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#2 von Tommy , 08.09.2008 10:25

Die Banken spekulieren auf Größe, die mit Macht verbunden sein soll. Man will das Risiko durch Fusionen streuen, wenns mal in einer Ecke hakt. Allerdings ist das Risiko bei ohnehin schon großes und soliden Banken sowieso eher gering. Hier ist also eher so eine Art Lemming-Effekt zu sehen. Die sehen dass im Ausland und auch im Inland fusioniert wird was das Zeug hält, also muss man in Deutschland vermeintlich mitziehen. Ausserdem stehen teilweise aggressive Hedgefonds hinter den Übernahmen, die für ihre Einzahler natürlich bombige Ergebnisse vorzeigen müssen. Daher führt eine Fusion anschließend auch immer zu einer Massenentlassung..siehe Commerzbank/Dresdner Bank, da die Fusion auch zum radikalen "ausmisten" von Kostenfaktoren, in erster Linie Personal und Filialen, führt, sonst bleiben die Kurse ja unten.


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#3 von Alan , 08.09.2008 10:54

Diese Übernahmen oder Fusionen mögen auf dem Papier anfangs sinnvoll erscheinen, aber ob sie wirklich nützlich waren zeigt sich doch erst nach einiger Zeit. Der spätere Erfolg ist dabei von zu vielen Faktoren abhängig, als dass man vorher schon genau sagen könnte, ob es richtig ist oder nicht. Negative Beispiele wären Allianz/Dresdner, wo die Allianz kräftig draufgezahlt hat, oder die HypoVereinsbank, deren Fusion eine spätere Übernahme nicht verhindert hat.

Aber interessant wird sein, was die Deutsche Bank nun unternimmt hinsichtlich der Postbank. Nicht nur weil ich Kunde der Postbank bin interessiert es mich . Nein, es wäre vielleicht auch die vorerst letzte Möglichkeit für die Deutsche Bank, quasi über Nacht an Millionen von Kleinanlegern und Privatleuten zu kommen. Ein Geschäftsfeld, welches die Deutsche Bank mE nicht wirklich groß beackert hat, wo eine Übernahme wirklich was bringen würde.

Gruß,

Alan

 
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#4 von Tommy , 11.09.2008 09:24

Offenbar wird die Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank vielleicht morgen schon offiziell bestätigt.

http://www.sueddeutsche.de/finanzen/779/309714/text/


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#5 von Alan , 05.10.2008 13:40

Tja, inzwischen ist der Deal vollzogen und der Markt noch immer in Bewegung, allerdings anders als gewünscht...

Gruß,

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#6 von Tommy , 09.01.2009 09:12

Commerzbank verstaatlich. Auch wenn keine Aktienmehrheit vorliegt, de facto erlauben die 25% + 1 Aktie eine Sperrminorität und damit geht ohne den Bund nichts mehr.

Damit sind wir Steuerzahler nun Anteilseigner an einer großen Privatbank


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#7 von Alan , 12.01.2009 10:39

Interessant war die Beobachtung der Aktienkurse vor und vor allem nach Bekanntgabe der Teilverstaatlichung. Als die Meldung über den Ticker kam, machte die Allianzaktie einen Satz nach oben und die Commerzbank nach unten. Bei der Allianz sind die Aktionäre also zufriden, dass sie die Dresdner Bank nun sogar mit Hilfe des Staates los sind und die Commerzbankaktionäre ärgern sich, dass die Übernahme doch noch klappt, Angie sei Dank.

Viele Grüße,

Alan

 
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#8 von Tommy , 15.01.2009 08:18

Die Deutsche Bank mit Milliardenverlust. Nun hat auch sie das getroffen, was gierige Kleinsparer (siehe Kaupthing) erfahren haben...nur rosige Renditeaussichten allein bringen keine Gewinne. Ackermann hat ja lange mit seinem "unter 25% Rendite mach ich es nicht" geprahlt, nun hat die Renditejagd in 2008 einen für die Deutsche Bank unfassbaren Verlust gebracht. Und der wäre noch höher, wenn nicht die Bank schon nach den miesen Zahlen im 3. Q 2008 massiv Risikoabbau und Investitionen in Risikovorsorge getroffen hätte.


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