In den einschlägigen Tageszeitungen, auf Internetseiten und nicht zuletzt auch immer stärker in der Werbung sieht man fast täglich neue Angebote für Tagesgeldkonten. Dabei wird nicht nur die Auswahl und die Kriterien der einzelnen Produkte immer größer, sondern dadurch auch zwangsläufig unübersichtlicher. Ein Kontenwechsel ist in der Regel eine einfache und schnelle Angelegenheit, denn Kündigungsfristen oder lange Bearbeitung der Kontoeröffnungsanträge sind selten. Dabei stellt sich aber die Frage, ob es sich wirklich lohnt, wegen ein paar 0,x Prozentpünktchen den Anbieter zu wechseln. Folgende Rechenmodelle sollen Aufschluss darüber geben.
Variante 1: Anlagebetrag 5.000 Euro und Anlagezeitraum 6 Monate
Bank A bietet 5% Zinsen pa: 125 Euro Zinsen
Bank B bietet 3,5% Zinsen pa: 87,50 Euro Zinsen
Ein Wechsel von Bank B zu Bank A würde demnach 37,50 Euro mehr Zinsen bringen.
Variante 2: Anlagebetrag 25.000 Euro und Anlagezeitraum 6 Monate
Bank A bietet 5% Zinsen pa.: 625 Euro Zinsen
Bank B bietet 3,5% Zinsen pa: 437,50 Euro Zinsen
Ein Wechsel von Bank B zu Bank A würde demnach 187,50 Euro mehr Zinsen bringen.
Variante 3: Anlagebetrag 25.000 Euro und Anlagezeitraum 12 Monate
Bank A bietet 5% Zinsen pa.: 1250 Euro Zinsen
Bank B bietet 3,5% Zinsen pa.: 875 Euro Zinsen
Ein Wechsel von Bank B zu Bank A würde demnach 375 Euro mehr Zinsen bringen.
Aus diesen drei zugegeben ziemlich einfach gehaltenen Beispielen lassen sich drei wichtige Erkenntnisse ableiten:
1. Je höher die Differenz der Zinssätze zwischen Bank A und Bank B ist, umso mehr lohnt ein Wechsel.
2. Je höher der Anlagebetrag ist, umso mehr lohnt ein Wechsel.
3. Je länger das Geld auf dem Konto angelegt werden soll, umso mehr lohnt ein Wechsel.
Dies sind die drei Hauptkriterien, an denen man entscheiden sollte, ob ein Wechsel rein aus finanzieller Sicht Sinn macht. Daneben spielen aber auch noch wichtige andere Faktoren eine große Rolle, welche mitunter auch einen Wechsel zu einem schlechter verzinsten Konto rechtfertigen können:
4. Welche Bank ist besser erreichbar, welche Serviceleistungen werden geboten?
5. Wie steht es um die Absicherung der Anlegervermögen?
6. Wie unkompliziert ist die Kontoeröffnung bzw. -schließung?
7. Wird der Zinssatz garantiert oder handelt es sich um ein kurzfristiges Angebot?
8. etc.
Fazit:
Der reine Zinssatz kann einen Ansporn zum Wechsel begründen, aber man muss sich immer fragen, ob es sich auch lohnen würde, d.h. wieviel mehr Zinsen man bekommen könnte und darf die anderen Faktoren bei der Entscheidung nicht ausklammern. Und wenn man möchte, kann man außerdem auch mehrere Tagesgeldkonten bei unterschiedlichen Anbietern führen. Eine Neueröffnung oder gar ein Wechsel zahlt sich jedoch nur bei bestimmten, den oben beschriebenen, Konstellationen richtig aus.