Freistellungsauftrag

#1 von baer999 , 07.01.2007 15:04

Hallo,

ich wollte mal wissen, was passiert wenn ich über die 800 € Freistellungsaufträge erteilt habe. Angenommen:
Bank A 800 €
Bank B 200 €

Bekomme ich dann bei Bank A trotzdem die 800 € als Grenze, wenn bei B keine Zinsen vergütet worden sind im vergangenen ZeitrauM? Ich ahbe das Problem, da ich immer von Tagesgeldkonto zum nächsten gehüpft bin, jetzt habe ich aber total den Überblick verloren. Kann man seine ganzen Freistellungen irgendwo einsehen? Werden sie gelöscht wenn man kündigt?! thx


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Freistellungsauftrag

#2 von Webmaster , 08.01.2007 12:46

Hallo,

Zu Frage 1: Ja
Zu Frage 2: Die Höhe der von Dir erteilten Freistellungsaufträge kannst Du bei den Kreditinstituten anfragen (bei vielen wird dies auch online angezeigt oder auf den Kontoauszügen vermerkt).
Zu Frage 3: Wenn Du keine Kontoverbindung mehr zu einem Kreditinstitut unterhälst, verlängert sich der Freistellungsauftrag natürlich nicht mehr um ein weiteres Jahr (Freistellungsaufträge werden pro Kalenderjahr erteilt).

Zu beachten:
Wenn Du bei verschiedenen Instituten Freistellungsaufträge erteilst, diese Freistellungsaufträge aber zusammen den maximal zulässigen Betrag übersteigen, passiert zunächst gar nichts. Die Banken erfahren untereinander nicht, welche Freistellungsaufträge Du anderen Instituten erteilt hast.
Allerdings sind die Banken verpflichtet, die Höhe des Freistellungsauftrages an die Bundesamt für Finanzen zu übermitteln. Dort würde dann auffallen, dass Du die Freistellungsaufträge falsch erteilt hast (wird stichprobenartig kontrolliert, soweit ich informiert bin).

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#3 von Freebreaker , 08.01.2007 12:54

hej baer


rein theoretisch könntest du bei einer x-beliebigen Anzahl von Banken jedesmal EUR 801,- Freistellungsbetrag einrichten lassen.

Keine der Banken kann überprüfen, ob du bei einer anderen Bank bereits einen Freistellungsauftrag hast (deshalb fragen sie ja auch immer, ob man bereits wo anders was hat).

Wo und wieviel du beantragt hast, wird nirgends aufgezeichnet, es weiss nur jeder Bank von deinem Freistellungsauftrag bei sich.
Es wird jede Bank dir soviel freistellen wie du willst und soviel wie du Anspruch hast (Single 801,-, Verheiratete 2x801,-) weil es für sie a) bedeutet, dass du viel bei ihnen anlegen / machen "willst" und b) falls du nachher zuviel angegeben hast, meldet sich das FA spätestens bei der Einkommenssteuererklärung bei dir und nicht bei denen.

Letzten Endes wird nur der tatsächliche Betrag, der beansprucht wurde, an das Finanzamt weitergeleitet.


Bsp 1:
Bank A: 800 eur freigestellt --> beansprucht und ans FA gemeldet: 100,-
Bank B: 500 eur freigestellt --> beansprucht und ans FA gemeldet: 150,-
Bank C: 300 eur freigestellt --> beansprucht und ans FA gemeldet: 200,-

Summe: 450 EUR beansprucht --> das FA wird nicht meckern, da du unter den erlaubten 801,- geblieben bist.


Bsp 2:
Bank A: 800 eur freigestellt --> beansprucht und ans FA gemeldet: 600,-
Bank B: 500 eur freigestellt --> beansprucht und ans FA gemeldet: 50,-
Bank C: 300 eur freigestellt --> beansprucht und ans FA gemeldet: 200,-

Summe: 850 EUR beansprucht --> das FA wird sich wundern warum du für 850 EUR keine ZASt hast zahlen müssen, obwohl das nur für max. 801,- EUR möglich ist --> sie werden nachhaken.



Ob die Freistellungsbeträge weiterhin laufen, kommt drauf an, wie du sie beantragt hast. Entweder hast du sie bei der Einrichtung befristet oder - so ist es i.d.R. - sie laufen weiter bis du dem Kreditinstitut was sagst.

In Normalfall werden die Freistellungsaufträge aber aufgelöst, wenn du kein einziges Konto mehr bei der Bank hast ... und selbst wenn, ich nehme an, dass du auf diesen kein Geld mehr hast --> keine Zinsgutschrift --> keine Beanspruchung FSA --> keine Meldung ans FA.


Hoffe das hilft dir weiter.


Gruß


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#4 von Freebreaker , 08.01.2007 12:58

hm, k, da war der webmaster mal wieder schneller =)

aber ich bin mir net so sicher, dass der gesamte Freistellungsauftrag gemeldet wird, sondern nur der beanspruchte.

Aber ich frag gleich nach der Mittagspause mal rum .. wozu ist man Bankazubi ;o)


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#5 von baer999 , 08.01.2007 17:27

OK perfekt, genau das wollte ich wissen, danke für die schnelle Hilfe, dachte ich müsste jetzt unbedingt überall alles ändern, aber ohne Zinsgewinn bei den Banken ist es ja unwichtig ob und wieviel Freigestellt wurde :-)
thx


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#6 von Tommy , 09.01.2007 09:25

@baer999

Das mit dem verlorenen Überblick ist nicht so harmlos.

Du solltest Dir die Bescheide, die Dir die tagesgeldführenden Banken am Beginn des neuen Jahres ausstellen, genau anschauen.

Wenn Du von Bank zu Bank gesprungen bist, kann es sein, dass eine Bank trotzdem mal 35,5% (Zinsabschlag 30% + 5,5% Soli) an das FA abgeführt hat, weil dein Freistellungsauftrag nicht auf dem neuesten Stand war oder Du vergessen hast, einen zu erteilen und Du trotzdem unter dem Freibetrag geblieben wärst.

Dadurch dass die Banken nix abgleichen, ist es denen egal, ob die bereits vom ersten verdienten Euro 35,5% abführen. Liegt kein oder kein ausreichender Freistellungsauftrag vor, ist die Kohle erstmal weg. Da wird auch nicht nachgefragt.


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#7 von Freebreaker , 09.01.2007 18:10

aber in dem Fall (ZASt + Soli wurden abgeführt weil kein Freibetrag beantragt oder zu wenig beantragt) bekommt man die 31,65% (nicht 35,5%, weil die 5,5% Soli aus den 30% ZASt berechnet werden) über seine Einkommenssteuer wieder - kommt aufs gleiche raus, bloß so ist es mühevoller und lästiger.


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#8 von Dautel , 12.01.2007 21:23


Zitat:

Bsp 1:
Bank A: 800 eur freigestellt --> beansprucht und ans FA gemeldet: 100,-
Bank B: 500 eur freigestellt --> beansprucht und ans FA gemeldet: 150,-
Bank C: 300 eur freigestellt --> beansprucht und ans FA gemeldet: 200,-

Summe: 450 EUR beansprucht --> das FA wird nicht meckern, da du unter den erlaubten 801,- geblieben bist.


Bsp 2:
Bank A: 800 eur freigestellt --> beansprucht und ans FA gemeldet: 600,-
Bank B: 500 eur freigestellt --> beansprucht und ans FA gemeldet: 50,-
Bank C: 300 eur freigestellt --> beansprucht und ans FA gemeldet: 200,-



Wegen fettgedruckte Zahlen. Handelt es sich um Zinsen?


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#9 von Monty Burns , 13.01.2007 17:44


Zitat:

Freebreaker schrieb am 08.01.2007 12:58 Uhr:
aber ich bin mir net so sicher, dass der gesamte Freistellungsauftrag gemeldet wird, sondern nur der beanspruchte.

Seit 2000 wird nicht mehr die erteilte Höhe des Freistellungsauftrags sondern die tatsächliche Inanspruchnahme an das BZSt gemeldet. Somit ist eine Löschung - z.B. bei Kontoauflösung - letztlich überflüssig.


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#10 von Freebreaker , 22.01.2007 13:23

@ dautel:
ja, das sollen die ausgeschütteten und auf den FSA angerechneten Zinsen sein


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