Sparerfreibetrag ab nächstem Jahr überschritten.

#1 von user0815 , 05.08.2006 08:59

Hallo,


Ab 2007 geht's sicherlich mehreren Leuten wie mir, def Fiskus bedient sich meiner Zinsen.
Der Sparerfreibetrag ist nicht sonderlich hoch, bei lediger Person, 4% Zinsen, ergibt das ab ca. 20000 EUR jeder Cent Zinseinahme versteuert wird. Nach der Lohnsteuerausgleich können es sogar bis zu 40% sein.
Inflationsbereinigt gib's ggf. sogar Geldvernichtung.

1. Bringt da ein Auslandskonto in Österreich Abhilfe?
2. Müssen die Zinseinahmen in der Einkommenssteuererklärung auch eingetragen werden?
3. Hat ein Auslandskonto Harz IV Vorteile, da der Fiskus keine Einsicht in meine Konten hat.


Danke schon mal im Vorraus für Eure Tipps.
Gruß
Schwabenuser


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#2 von Webmaster , 09.08.2006 15:58

Hallo Schwabenuser,

der von Dir geschilderte Fall ergibt folgende Zinserträge:
20.000 EUR x 4 % Zinsen = 800 EUR Zinserträge
2007 gilt ein Sparerfreibetrag von 750,- EUR.

Von Deinen 800 EUR Zinserträgen unterliegen also 50 EUR dem Zinsabschlag. Die restlichen 750 EUR Zinsen bekommst Du weiterhin von Deiner Bank wie gewohnt gutgeschrieben. Insofern kann ich Deine Aussage "Jeder Cent Zinseinahme wird versteuert" nicht nachvollziehen.

Nehmen wir nun an, dass Du noch andere Einkünfte hast und das durch diese Dein Sparerfreibetrag ausgeschöpft wäre.
In diesem Falle möchte ich gerne Deine Fragen beantworten:
Du bist natürlich verpflichtet, Deine Zinseinkünfte aus dem Ausland (egal ob Österreich oder ein anderes Land) in Deiner Einkommenssteuer anzugeben. Eventuell bringt ein Konto in Österreich Vorteile, da der Zinsabschlag hier etwas niedriger ist:

Die EU-Quellensteuer beträgt nach den derzeit bestehenden Richtlinien
- vom 1. Juli 2005 bis zum 30. Juni 2008: 15 %
- vom 1. Juli 2008 bis zum 30. Juni 2011: 20 %
- ab dem 1. Juli 2011: 35 %

Die in Österreich einbehaltene Quellensteuer wird auf die nach deutschem Recht von den Zinseinkünften zu erhebende Steuer angerechnet. Übersteigt der in Österreich einbehaltene Betrag die in Deutschland geschuldete Steuer, wird der Differenzbetrag dem Anleger erstattet. Natürlichen Personen (Privatpersonen) steht in Deutschland ein Freibetrag für die Freistellung von Kapitalerträgen zur Verfügung. Dieser Freibetrag ist auch auf ausländische Kapitaleinkünfte anwendbar. Liegen die österreichischen Zinserträge innerhalb des Freibetrages, kommt es insoweit zu einer Rückerstattung der EU-Quellensteuer. Der diesbezügliche Antrag ist vom Anleger bei seinem Wohnsitzfinanzamt zu stellen.

Auch als Hartz IV Empfänger musst Du Deine Einkünfte offenlegen. Tust Du das nicht, machst Du Dich strafbar. Die Annahme, der Fiskus hat in österreichiche Konten keinen Einblick, ist falsch.
Der Fiskus darf sich seit April 2005 des Kontoabrufs betätigen:
D.h., der Fiskus kann erfahren, bei welchen Banken in Deutschland die Bürger Konten und Depots unterhalten - und kann dann bei diesen Banken gezielt nach Kontenbewegungen nachforschen.
Inzwischen hat der Fiskus europaweit diese Möglichkeit:
Seit dem 2. Februar kann der Fiskus auch Konten in EU-Staaten aufspüren und Kontenbewegungen feststellen. Hierzu zählen auch Luxemburg und Österreich.


Gruss,
Webmaster
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#3 von user0815 , 10.08.2006 10:51

Hallo Webmaster,

Danke für Deine Aufklärung über den deutschen Fiskus.

Also brigt Geld im Ausland nur bedingt ein Ersparniss.

Sauerei, dass der Staat mir vorschreiben will wie ich für meine Altersvorsorge vorgehen soll. Rürup-, Riester-, (bald Münte-) Rente ist dass der Ausweg?

Ich möchte lieber einen XXXXX Betrag(Eigentumswohnung) ansparen, als mich zu versklaven und Zinsen jahrzentelang an die Bank zu zahlen.

Falls man doch noch arbeitslos wird (Harz IV), sind die Ersparnisse erst zu verbrauchen. Es sei denn man hat sein Geld nur in vorgeschriebene Produkte einbezahlt.

Weitere grausame Alpträume können noch dazu kommen, das Aufkommen für die Eltern geplanter Arbeitsloserversicherung und später der Pflegeversicherung im Altersheim. Dann wird man noch selber zum Sozialfall.

Resume wir müssen unser Geld wieder im guten alten Sparstrumpf oder unter der Matratze verstecken. Aber auch hier kann der Staat sicherlich eine Hausdurchsuchung anordnen, falls ihm die Einahmen aus dem geplanten Sparerfreibetrag entgehen, und früher Ersparnisse auf den Konton festgestellt wurden.

Bin nicht generell gegen die berechtigte Überwachung, aber damit werden jetzt kleine Sparer mit kriminellen gleichgestellt.

Gruß schwabenuser


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#4 von dieterg , 29.01.2007 13:37

Hallo zusammen,

denke der Staat macht da einen Fehler wenn schon unbescholtene Bürger auf die Idee kommen mit ihrem ehrlich verdienten Geld ins Ausland zu flüchten.

Habe gehört das Österreich Kleinwalsertal keine personenbezogene Daten an andere Staaten weitergeben. Die Zinsbesteuerung (derzeit 20%) wird für deutsche Anleger an den Deutschen Staat anonym weitergeleitet.

Hätte da aber auch noch eine Frage. Wie sieht es mit der Einlagensicherung im Kleinwalsertal aus?

Vielen Dank
d.


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#5 von Webmaster , 30.01.2007 19:02

Hallo dieterg,

um was für eine Bank handelt es sich? Volksbank oder Sparkasse oder ....?

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#6 von dieterg , 01.02.2007 14:36

Hallo Admin,

Bei uns im Bekanntenkreis hat ein Rentner sein ganzes Spargeld abgeholt und ins Schließfach seiner Bank gelegt. Begründung sie haben Angst dass seine Frau oder er zum Pflegefall wird. Seine Tochter 50 Jahre hat denselben Gedanken weil sie immer wieder von Arbeitslosigkeit bedroht ist. Denen wurde die Hypo-Landesbank im Kleinwalsertal empfohlen, denke aber nicht das er es angenommen hat weil auch gesagt wurde das in Österreich nur bis 20.000€ Einlagensicherheit besteht.

Viele Grüße


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#7 von Marc Wimmers , 03.02.2007 08:39

Also ich glaube ja nicht, dass die Einlagensicherung im Allgemeinen überhaupt greift, wenn jemand Geld im Schliessfach deponiert! Da gehst Du eher einen Mietvertrag mit der Bank ein - ist was völlig anderes als wenn Du Geld auf ein Konto bei der Bank einzahlst.

Im übrigen halte ich die Idee auch sonst nicht für klug:
Wenn Du Dein gesamtes Erspartes abhebst, ist das ein ziemlich auffälliger Vorgang - dei Bank ist glaub ich verpflichtet, ab einem gewissen Betrag (12.500 EUR?) eine entsprechende Meldung nach dem Geldwäschegesetz abzugeben. Und dem Finanzamt fällt es auch auf, wenn Du bislang in Deiner Steuererklärung Zinserträge hast und nun plötzlich gar nicht mehr.

Damit nicht genug:
Wenn Du ins Kleinwalsertal mit so nem Haufen Bares fährst, hast Du immer das Risiko einer Zollkontrolle. Wenn Du erwischt wirst --> Meldung an das Finanzamt etc. ... .




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#8 von Marc Wimmers , 03.02.2007 08:50

Zum Thema Einlagensicherung:
http://www.einlagensicherung.at/

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