Sparerfreibetrag überschritten, was nun?

#1 von user0815 , 03.08.2006 19:49

Hallo an Alle ,

Bin neu in diesem Forum, wohne in Süd-Deutschland BW.

Nun hat unser Finanzminster sich es einfach gemacht und den Sparerfreibetrag halbiert .

Wollte mir, für ein Häusle ansparen, jetzt wird es natürlich komplizierter, da ich ab nächstem Jahr über die Freigrenze liege.

Rechnerisch bei Sagenhafte 4% Zinsen, blieben nur noch läppische 2,8% übrig.

1. Was gibt es an kurzfristige alternativen?
2. Wirken sich die 30% Zinsabschlager bei der Einkommensteuererklärung aus, so das der Abzug sogar noch höher Ausfallen kann?
3. Festgeld im August angelet auf 1 Jahr, werden die Zinsen noch in diesem Jahr Steuerlich erfasst, oder alles im nächsten Jahr? (Sparerfreibetrag noch dieses Jahr ausnutzen)
4. Macht es Sinn das Angesparte in Österreich anzulegen?


Bin gespannt auf Eure Vorschläge

Grüßen aus dem Schwabenländle


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Sparerfreibetrag überschritten, was nun?

#2 von Marc Wimmers , 04.08.2006 11:11

Hallo Schwabenuser

ich versuche mich mal an Deinen Fragen und hoffe, sie richtig verstanden zu haben:

1. Kurzfristig= Du meinst damit Anlagemöglichkeiten in diesem Jahr?
Ich empfehle Dir z.B. DKB Bank (3,05 %) oder aber auch ausländische Anbieter (6 Monats Geld bis zu 3,5 %). 4 % gibt's nur bei 1 Jahres Bindung.

2. Ja, die 30 % Zinsabschlagsteuer wirken sich aus.
Beispiel: Du bekommst 30 % Zinsabschlagsteuer von Deinen Zinserträgen abgezogen, weil Du den Sparerfreibetrag überschritten hast.
Bei deiner Einkommenssteuer gibst Du die bezahlte Zinsabschlagsteuer an. Nun wird beispielsweise ermittelt, dass Dein persönlicher Steuersatz nur bei 25 % liegt. Somit hast Du zuviel Zinsabschlagsteuer bezahlt (30%). 5 % werden Dir zurückgewährt.
Gegenbeispiel: Dein persönlicher Steuersatz liegt bei 40 %. Somit werden Deine Zinserträge entsprechend nachversteuert.

3. In der Regel zahlen die Institute bei 1 Jahres Festgeld die Zinsen erst mit Ablauf des Anlagezeitraumes aus (also nach einem Jahr), sodass die Zinserträge steuerlich erst im nächsten Jahr erfasst werden!

4. Unter Umständen JA. In der aktuellen Stiftung Finanztest ist hierzu ein Artikel erschienen. Die Österreicher melden soweit ich das verstehe nicht der deutschen Behörde, welche Zinserträge Du hast. Ich finde, dieses Thema sollte im entsprechenden Forum "Auslandskonten" diskutiert werden. Frag da mal nach, Webmaster ist dort recht spezialisiert.



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Sparerfreibetrag überschritten, was nun?

#3 von user0815 , 04.08.2006 20:15

Hallo Marc ,

Danke für deine prompte Antwort.

1. Habe ein Tagesgeldkonto bei der 1822direkt, leider bekommen Altkunden nur 2,75%, obwohl der EZB leitzins bei 3% liegt. DiBA bietet nur 2,5% und Postbank mit 3%, muß aber ein Referenz-Konto bei Ihnen eröffnen. Finansbank bietet 3,8%-4% auf Festgeld, an bis 20000 EUR ist es Versichert.

Angesichts steigender Zinsen, sogar bis zu 3,5 % noch in diesem Jahr durch die EZB, lohnt es sich sicherlich noch mit Festgeldangebote zu warten .

Fakt ist die Banken geben den steigenden Zinsatz durch die EZB nur zögerlich an die Kunden weiter. Meine sogar 3 Monate Verspätung.

2. Jetzt habe ich es mit der Berechnung Sparerfreibetrag und Einkommenssteuererklärung durchgeblickt.

Sparerfreibetrag Zinssteuer vs. Reichensteuer. Was wird wohl mehr brigen? Ich meine eindeutig Zinssteuer

Da ich kaum etwas absetzten kann, und die Pendlerpauschale gekürzt wurde, kommen eher die 40% in Frage.

Also unter dem Strich Inflationsbereinigt kommt, sogar ein Minus raus.

Die Inflation liegt bei ca. 2,25% in diesem Jahr.
Also mit 3,0-3,5% Zinsen mache ich definitiv Verluste.

3. Das ist unfähr, da Fiskaljahr bezogen, sollten die Zinsen korrekt erfasst werden.

Daher würden Sparbriefe vom Typ B auch keinen Sinn mehr machen, wenn die Zinsen am Schluß ausgeschüttet werden.


4. Muß mal die Finanztest-Zeitschrift besorgen.

Da der Staat nun Zugriff auf alle Konten hat, würde einen Riegel für Harz IV und die Gier des Sozialamtes vorschieben.

Eine Urlaubsfahrt nach Östereich ins Kleinwalsertal ist natürlich auch noch drinn. Tanken ist ja auch günstiger in Östereich.

PS. Meine Meinung, der Sparerfreibetrag wird demnächst noch weiter halbiert oder sogar abgeschaft. Gbt dem Staat kein Geld, der kann sowieso nicht damit umgehen.


Gruß aus dem Schwabenländle.
Schwabenuser


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Sparerfreibetrag überschritten, was nun?

#4 von Monty Burns , 13.01.2007 18:02


Zitat:

user0815 schrieb am 04.08.2006 20:15 Uhr:3. Das ist unfähr, da Fiskaljahr bezogen, sollten die Zinsen korrekt erfasst werden.

Daher würden Sparbriefe vom Typ B auch keinen Sinn mehr machen, wenn die Zinsen am Schluß ausgeschüttet werden.

Sämtliche Einnahmen sind in dem Jahr zu versteuern, in dem sie zufließen. Tages- und Festgeldkzinsen fließen bei Zinsgutschrift zu, die Zinsen aus Bundesschatzbriefen Typ B am Ende der Laufzeit. Das ist weder unfair noch unkorrekt, sondern ermöglicht in gewissem Rahmen, das Jahr der Versteuerung zu beeinflussen. Dies kann z.B. sinnvoll sein, wenn in der Zukunft ein niedrigerer persönlicher Steuersatz zu erwarten ist (z.B. wegen Rente) oder die geplante Abgeltungssteuer günstiger ist (wobei einschränkend anzumerken ist, dass die Details hierzu noch unklar sind).


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