Erstmals Girokonto für Schuldner

#1 von Webmaster , 03.10.2005 15:55

Mit der sogenannten ZKA-Erklärung verpflichten sich Banken, möglichst
jedem die Teilnahme am bargeldlosen Zahlungsverkehr zu ermöglichen.
Voraussetzung dafür ist ein Girokonto. In der Praxis jedoch wird diese
Selbstverpflichtung der Banken nicht erfüllt. Erstmals bietet jetzt eine
Bank ein spezielles Konto für Schuldner an. Die EthikBank brachte am 18.
Mai 2005 das MikroKonto auf den Markt.


Aktuell wird im Bundestag eine Debatte um den Rechtsanspruch auf ein
Girokonto für jedermann geführt. In Deutschland gibt es diesen
Rechtsanspruch nicht, aber seit rund zehn Jahren eine Selbstverpflichtung der Banken, möglichst jedem die Teilnahme am bargeldlosen Zahlungsverkehr zu ermöglichen.
Die Praxis aber sieht anders aus. Bereits ein negativer Schufa-Eintrag ist für Banken Grund genug, eine Kontoeröffnung abzulehnen oder ein bestehendes Konto zu kündigen. Darin liegt sozialer Sprengstoff, der häufig unterschätzt wird. Während früher vor allem Leute mit falschem Konsumverhalten in die Schuldenfalle kamen, sind mittlerweile fast die Hälfte der Beratungssuchenden in Frankfurt/M. langzeitarbeitslose Sozialhilfeempfänger. Schätzungsweise haben in Deutschland eine halbe Million Menschen kein Girokonto. Und damit beginnt ein Teufelskreis: Wer kein Girokonto hat, hat massive Probleme bei der Suche nach einer Arbeit oder beim Bezug von Sozialhilfe.
Die EthikBank hat sich diesem wachsenden gesellschaftlichen Problem
angenommen. Seit 18. Mai 2005 bietet sie das MikroKonto an.
Dieses Konto ist für solche Schuldner bestimmt, die ihre finanziellen Probleme durch eine Privatinsolvenz oder eine außergerichtliche Schuldenregulierung mit den Gläubigern lösen wollen.
Das MikroKonto wird online und ausschließlich im Guthaben geführt. Im
Selbstkostenpreis von 7,50 Euro monatlich sind alle Transaktionen enthalten: Überweisungen, Daueraufträge, Bargeldabhebungen, Kontoauszüge. Die Bargeldversorgung ist mit der ServiceCard kostenfrei an den mehr als 17.300 Geldautomaten der Volksbanken und Raiffeisenbanken möglich.
Kontoauszüge können wahlweise online oder an einem Auszugsdrucker der Volksbanken und Raiffeisenbanken abgeholt werden. Kreditkarten,
Dispokredite oder bargeldloses Einkaufen sind nicht vorgesehen.
"Mit dem MikroKonto geben wir Betroffenen eine zweite Chance, denn ein
Leben ohne Girokonto bedeutet heute, vom gesellschaftlichen Leben
abgeschnitten zu sein.", so Klaus Euler, Vorstandsvorsitzender der EthikBank.
Die Bank hat sich damit bewusst für eine Zielgruppe entschieden, die von
anderen Banken zunehmend an den Rand gedrängt wird. „Natürlich kennen wir die Probleme, die mit der Kontoführung für Schuldner entstehen. Die Kontoführung ist sehr arbeitsaufwendig und damit teuer. Hinzu kommt, dass Menschen mit finanziellen Problemen häufig die Schotten dicht machen und den Kontakt zur Bank verweigern.“, so Sylke Schröder, Pressesprecherin der EthikBank. „Trotzdem bieten wir eine Lösung für ein wachsendes gesellschaftliches Problem an, formulieren aber eine klare Erwartung: Wer sich nicht an die Spielregeln hält, hat seine zweite Chance verspielt. In diesem Fall kündigen wir.“, so Sylke Schröder. Das MikroKonto wendet sich an Schuldner, die den Vertrauensvorschuss der EthikBank nicht enttäuschen.
Die Kontoeröffnung erfolgt auf dem Postweg. Interessenten können sich die Kontoeröffnungsunterlagen im Internet ausdrucken oder bei der Bank
anfordern.
Die EthikBank ist eine Direktbank für ethische und ökologische Geldanlagen, die im Jahr 2002 von der Volksbank Eisenberg gegründet wurde.


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