Einlagensicherung in der EU

#1 von Christoph Schmitt , 13.01.2005 08:29

Einlagensicherung in der EU
von Christoph Schmitt


Grundsätzlich ist es ein zu begrüßender Trend, wenn Anleger bei der Wahl Ihrer Anlage auf eine hohe Verzinsung achten. Immerhin schlummerten im Jahr 2003 nach wie vor 1,1 Billionen Euro in kurzfristigen, schlecht verzinsten Bankeinlagen, der größte Einzelposten im privaten Geldvermögen. Sein Geld kurzfristig mit einer hohen Verzinsung anzulegen lautet also das Gebot der Stunde.


Wenn man die Verzinsung von Tagesgeldkonten in den zurückliegenden Jahren betrachtet, so fällt eines auf: Ausländische Kreditinstitute spielten immer ganz oben mit. Angebote gibt es reichlich: So lockt z.B. die niederländische Finansbank (www.finansbank.de) sowohl mit einem attraktiven Tagesgeldkonto als auch mit Festgeldangeboten. Die 1992 in den Niederlanden gegründete Demir Halk Bank (www.dhbbank.de) wartet ebenso mit überdurchschnittlichen Konditionen auf.

Bevor nun der interessierte Anleger ein Konto eröffnen möchte, sollte er sich jedoch eingehend mit der Thematik der EU-weiten Einlagensicherung beschäftigen:

Obige Kreditinstitute sind in Deutschland mit eigenen Niederlassungen präsent.

Die Annahme, dass dadurch auch der deutsche Einlagensicherungsfond greift, ist jedoch falsch. Entscheidend ist die Tatsache, wo eine Bank Ihren Hauptsitz hat.
Bezogen auf unser obiges Beispiel gilt: Sowohl Finansbank als auch Demir Halk Bank haben Ihren Hauptsitz in den Niederlanden. Somit greift im Entschädigungsfall das niederländische Einlagenschutzsystem. Jeder Kontoinhaber ist zu einer Entschädigung bis zur Höhe seines Guthabens berechtigt, jedoch nicht mehr als 20.000 EUR pro Kontoinhaber. Entgegen der EU-weiten Einlagenschutzregelung erfährt der Anleger in den Niederlanden also eine Aufwertung: Sein Kapital ist bis zu einer Höhe von 20.000 EUR zu 100 Prozent abgesichert. Hierfür steht die niederländische Zentralbank ein.

Viele Länder innerhalb der EU haben eigene Schutzsysteme und eigene Höchstwerte.

In Italien gilt beispielsweise eine Absicherung je Kontoinhaber in Höhe von stolzen 103.291,38 EUR. In Frankreich sind immerhin noch 70.000 EUR abgesichert, in Luxemburg dagegen greift nur die EU-Mindestvorgabe.

Viele Kreditinstitute greifen die Frage nach der Einlagensicherung schon im Vorfeld auf und informieren die Anleger ausführlich über die Gegebenheiten. So hält die Finansbank auf Ihrer Homepage für Ihre Besucher einen Flyer zum Download bereit, der über den niederländischen Einlagenschutz ausführlich informiert.

Sollten Sie sich also für eine Anlage bei einer ausländischen Bank interessieren, informieren Sie sich unbedingt über das gültige Einlagenschutzsystem!


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Einlagensicherung in der EU

#2 von Christoph Schmitt , 09.01.2007 18:28

Update:
Die Niederländische Bankenvereinigung (NVB) hat gemäß Beschluss des niederländischen Parlaments beschlossen, dass die Sicherungsgrenze erhöht wird. Für jeden Privatkunden sind Einlagen demnach weiterhin bis EUR 20.000 zu 100% gesichert. Anlagegelder von EUR 20.001 bis EUR 40.000 werden durch die Neuregelung zu 90% abgesichert.
Die Anbieter Akbank, Amsterdam Trade Bank, DHB Bank, Finansbank, GarantiBank und Koçbank gehören der Einlagensicherung der Niederländischen Bankenvereinigung (NVB) an.


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