Zinssteuer bei Tagesgeldkonten.

#1 von Gelöschtes Mitglied , 03.02.2004 14:00

Hallo,
mir ist nicht ganz klar, wie es mit der Zinssteuer bei mehreren Tagesgeldkonten funktioniert. Ich habe schon für zwei Konten ( ein Giro bei meiner Bank, sowie ein Sparkonto bei meiner Baugenossenschaft ) je ein Formular für die Zinsabschlagsteuer abgegeben. Wenn ich jetzt noch Tagesgeldkonten dazunehme, muß ich denn jedesmal alles wieder ändern?

MfG. Harry S.



Zinssteuer bei Tagesgeldkonten.

#2 von Webmaster , 03.02.2004 16:33

Hallo Harry S.,

das von Dir erwähnte Formular nennt sich Freistellungsauftrag - Deine Zinserträge werden vom jeweiligen Institut bis zu der von Dir im Freistellungsauftrag angegebenen Höhe voll ausgezahlt.
Wenn Du keinen Freistellungsauftrag erteilst oder aber die Zinserträge den von Dir im Freistellungauftrag genannten Betrag überschreiten, wird die Zinsabschlagsteuer (30 % von Deinen Zinserträgen) automatisch von der Bank an das Finanzamt abgeführt.

Solltest Du jetzt beispielsweise nun mehrere Tagesgeldkonten eröffnen, kannst Du den jeweiligen Banken jeweils einen Freistellungsauftrag zukommen lassen. Die Höhe ALLER erteilten Freistellungsaufträge darf jedoch niemals den Höchstbetrag (Alleinstehend: 1.370 €, Verheiratete: 2.740 € )überschreiten.

Wenn Du bei den 2 Freistellungsaufträgen Deiner bestehenden 2 Konten den möglichen Höchstbetrag bereits erklärt hast, und Du in Zukunft andere Konten (z.B. Tagesgeldkonten) eröffnen möchtest, hast Du folgende Optionen:

Möglichkeit 1.: Du änderst die Höhe der bisher erteilten Freistellungsaufträge ab (Giro/Sparkonto).
Beispiel: Alleinstehend, Höchstbetrag 1370,- €.
Girokonto Hausbank: Freistellungsauftrag liegt vor in Höhe von 200,- EUR.
Sparkonto Baugenossenschaft: Freistellungsauftrag liegt vor in Höhe von 1170 €.
Eröffnung eines Tagesgeldkontos und Überweisung von Geld vom Girokonto auf das Tagesgeldkonto. Das sowieso gering bis gar nicht verzinste weist nunmehr sogut wie keine Zinserträge auf. Daher Änderungsmitteilung an die Hausbank, dass der Freistellungsauftrag für die Zukunft von 200,- EUR auf 10,- EUR abgeändert wird (Wichtig: Sollten zum Zeitpunkt der Änderung des Freistellungsauftrages bereits Zinserträge von über 10,- EUR vorliegen, ist der Änderungsauftrag unzulässig. Bei Erteilung eines Änderungsauftrages also immer darauf achten, dass die Höhe der bereits angefallenen Zinserträge überschritten wird!).
Gleichzeitig Erteilung eines Freistellungsauftrages in Höhe von 190,- EUR an die Bank, bei der das Tagesgeldkonto geführt wird. Hier werden viel höhere Zinserträge erwartet, als bei einem Girokonto oder einem Sparkonto.

Möglichkeit 2: Du erteilst den neu eröffneten Tagesgeldkonten keinen Freistellungsauftrag. Zwar werden von den Zinserträgen nunmehr 30% Zinsabschlagsteuer abgezogen. Wenn Du aber mit Deinen gesamten Zinserträgen den möglichen Höchstbetrag unterschreitest, bekommst Du mit dem nächsten Steuerbescheid die Zinsabschlagsteuer erstattet.
Diese Variante ist grundsätzlich nicht zu empfehlen, da Du dem Staat eine lange Zeit 30% Deiner Zinserträge als "Kredit" leihst. Diese 30% könntest Du stattessen lieber selber kassieren und wieder anlegen.
Empfehlenswert ist diese Variante nur dann, wenn Du mit Deinen Zinserträgen sowieso über den Höchstbetrag kommst und dies auch schon sehr früh abschätzen kannst.


Grundsätzlich empfehle ich Dir, die Höhe der erteilten Freistellungsaufträge zu überprüfen: Wieviele Zinserträge gab es in der Vergangenheit? Steht der von mir erteilte Freistellungsauftrag im Verhältnis zu den Zinserträgen? Wenn Du also beispielsweise auf dem Girokonto nur 40,- € Zinserträge hast, jedoch einen Freistellungsauftrag über 800,- € erteilt hast, empfehle ich Dir einen sofortigen Änderungsauftrag (50,- € Freistellungsauftrag dürfte genügen!).


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Zinssteuer bei Tagesgeldkonten.

#3 von Gelöschtes Mitglied , 03.02.2004 16:52

Hallo,
herzlichen Dank für die prompte und aufschlussreiche Beantwortung.

MfG. Harry S.



   

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