Ich sehe in erster Linie riesige Konjukturpakete. Da wird sehr viel Geld für die Rettung fauler Wertpapiere in die Hand genommen. Wir wissen alle, dass es dieses Geld gar nicht gibt. Es gibt daher zwei Möglichkeiten: entweder die Steuern erhöhen, was sich als schwierig erweisen dürfte angesichts der jetzt schon hohen Steuerlast, oder die Druckerpressen anwerfen. Über kurz oder lang müssen sich die Staaten ihrer Verbindlichkeiten angemessen entledigen und ich halte eine Inflation daher für sehr wahrscheinlich.
Warenmangel, wie du ihn ansprichst, ist mehr eine Folge der Inflation, weniger ein Auslöser. Zwar verschärft sich ein Warenmangel zwangsläufig durch die Inflation (wer will schon Waren mit richtigem Wert gegen Banknoten sprich Papier eintauschen, überspitzt formuliert), jedoch ist er keine Grundvoraussetzung dafür.
Arbeitslosigkeit und geringere Löhne und Gehälter führen ebenfalls nicht zwangsläufig zu einer Deflation, im Gegenteil: Güter können kurzfristig produziert werden und die Produktion wiederum kurzfrisitg gedrosselt werden. Die knifflige Frage ist dabei nur, wer schneller reagiert, dh. kann die sinkende Nachfrage durch Produktionsdrosselung aufgefangen werden. Meiner Meinung nach ist dies kein großes Problem.
Es wird sich ausgehen in der Frage, wer die Inflation oder Deflation auslösen kann. Die Staatshaushälter in Zusammenarbeit mit den Notenbanken oder die Verbraucher und die Wirtschaft. Ich tippe auf die Staaten selbst, da deren Einflussmöglichkeiten größer sind.
Gruß,
Alan