Inflation oder Deflation?

#1 von Webmaster , 30.05.2009 08:18

Inflation oder Deflation - das ist zur Zeit eine Frage, zu der viele sogenannte "Experten" völlig unterschiedliche Auffassungen haben.
Wie seht ihr die Entwicklung?

Ich persönlich bin der Meinung, wir werden die nächste Zeit mit Deflation konfrontiert sein. Mit einer Inflation ist erst in ein paar Jahren zu rechnen.

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RE: Inflation oder Deflation?

#2 von Alan , 01.06.2009 14:48

Ich gehe von einer zunehmenden Inflation aus. Momentan scheint wohl das Gespenst einer Deflation ab und an durch die Medien zu geistern, aber ich halte das nicht für nachhaltig. Betrachte ich nur mal ein paar Punkte der letzten politischen Aktivitäten und auch der Finanzmärkte, wie die sehr niedrigen Leitzinsen auf der ganzen Welt und die Unsummen für irgendwelche Stabilitäts-, Rettungs- und Volksverdummungspakete, so werden wir mittelfristig mE mit einer kräftigen Inflation zu kämpfen haben.

Gruß,

Alan

 
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RE: Inflation oder Deflation?

#3 von Webmaster , 01.06.2009 20:24

Du siehst eine Inflation vor allem begründet durch eine steigende Geldmenge. Ich bin der Meinung, dass eine steigende Geldmenge als alleiniger Indikator nicht ausreicht um die Entwicklung einer Inflation zu begründen.

Zum Einen zeigt uns die Geschichte, dass eine Inflation immer Warenmangel voraussetzt. Diese ist nicht gegeben: Wir haben nach wie vor alles im Überfluss. Infrastruktur und Logistik funktionieren. Zum Anderen werden wir dieses Jahr mit steigender Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und Lohnkürzungen konfrontiert werden. D.h., die Leute haben weniger Geld in der Tasche und konsumieren weniger. Starkes Angebot und sinkende Nachfrage führt zu Preissenkungen.

Die Geldmengen, die jetzt in den Kreislauf gepumpt werden durch Rettungspakete & Co wirken sich auf die o.g. Angebots/Nachfragesituation nicht aus, da sie nicht den Konsumenten erreichen. Die Abrackprämie zeigt allerdings sehr gut, wann Konjunkturprogramme tatsächlich ankommen: Nämlich wenn sie den Verbraucher direkt erreichen und nicht irgendwelche Banken, die ihre eigenen Milliardenlöcher zu stopfen haben. Sollten sich solche Maßnahmen wie die Abrackprämie wiederholen ("Jeder Bürger erhält zu Weihnachten TEUR 2 vom Staat geschenkt"), kann es durch erhöhte Nachfrage dann tatsächlich zu einer inflationären Entwicklung kommen. Hiervon sind wir aber meiner Meinung nach noch weit entfernt.

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RE: Inflation oder Deflation?

#4 von Alan , 01.06.2009 22:54

Ich sehe in erster Linie riesige Konjukturpakete. Da wird sehr viel Geld für die Rettung fauler Wertpapiere in die Hand genommen. Wir wissen alle, dass es dieses Geld gar nicht gibt. Es gibt daher zwei Möglichkeiten: entweder die Steuern erhöhen, was sich als schwierig erweisen dürfte angesichts der jetzt schon hohen Steuerlast, oder die Druckerpressen anwerfen. Über kurz oder lang müssen sich die Staaten ihrer Verbindlichkeiten angemessen entledigen und ich halte eine Inflation daher für sehr wahrscheinlich.

Warenmangel, wie du ihn ansprichst, ist mehr eine Folge der Inflation, weniger ein Auslöser. Zwar verschärft sich ein Warenmangel zwangsläufig durch die Inflation (wer will schon Waren mit richtigem Wert gegen Banknoten sprich Papier eintauschen, überspitzt formuliert), jedoch ist er keine Grundvoraussetzung dafür.

Arbeitslosigkeit und geringere Löhne und Gehälter führen ebenfalls nicht zwangsläufig zu einer Deflation, im Gegenteil: Güter können kurzfristig produziert werden und die Produktion wiederum kurzfrisitg gedrosselt werden. Die knifflige Frage ist dabei nur, wer schneller reagiert, dh. kann die sinkende Nachfrage durch Produktionsdrosselung aufgefangen werden. Meiner Meinung nach ist dies kein großes Problem.

Es wird sich ausgehen in der Frage, wer die Inflation oder Deflation auslösen kann. Die Staatshaushälter in Zusammenarbeit mit den Notenbanken oder die Verbraucher und die Wirtschaft. Ich tippe auf die Staaten selbst, da deren Einflussmöglichkeiten größer sind.

Gruß,

Alan

 
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RE: Inflation oder Deflation?

#5 von Webmaster , 26.05.2010 13:33

Also ich denke, es ist Zeit, diesen Thread mal wieder zu puschen.
Wer wagt es Prognosen abzugeben?


Ich möchte bei aller Bescheidenheit an dieser Stelle anmerken, dass wir von Inflation bislang nicht sprechen konnten ;-)


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